geschichte von Insel Elba s.2

Im 11. Jahrhundert wurde es von den Kräften Al-Mujahids eingenommen, der, nach den Balearen und Sardinien (1015) auch Elba besetzte und es behielt, bis er von den vereinigten pisanischen und genuesischen Flotten vor Luni besiegt wurde. Wegen der ewig drohenden Gefahr der sarazenischen Piraten, kümmerte sich Pisa darum einige der Orte auf der Insel besser zu befestigen. Speziell Marciana, Rio und Capoliveri erhielten pisanische Festungsanlagen. Ausserdem wurden die Festungen von Luceri und Volterraio, wo sich ursprünglich eine etruskische Akropolis befand, wieder aufgebaut. Dank der andauernden Versuche von Genua, die Insel, wegen seiner begehrten strategischen und handelsbedeutenden Position im Zentrum des tyrrhenischen Meeres, einzunehmen, kam Elba auch unter der Herrschaft der Pisaner nicht zur Ruhe. Mit der Schlacht von Meloria, ein vernichtender Schlag für die Pisaner, nahmen die Genueser Elba ein, mussten es jedoch nach nur zwei Jahren (1292) wieder an Pisa zurück geben. Nach einigen weiteren Machtwechseln, wobei Elba auch in die Kriege mit Florenz verwickelt war, wurde es 1399 Teil des Staates von Piombino, Suvereto, Buriano, Scarlino, Vignalke, Populonia, Elba, Pianosa und Montechristo. Aufgerieben durch die Rivalitäten zwischen den einzelnen Mächten und den ständigen Angriffen der Piraten, mussten die Herren von Piombino sich unter tausend Schwierigkeiten durchschlängeln, um ihr Reich zu behalten, das ständig von Siena und Florenz bedroht wurde. Wiederholt versuchte Genua Elba zu erringen, so z. B. 1441; 1448 versuchte es auch Alfons von Aragon zu erobern. Während der Schlachten um die Vorherrschaft zwischen Frankreich und Spanien gelang es, trotz der ständigen Beteuerungen der Neutralität, dem Staat von Piombino nicht, die Verwicklung in diesen Krieg zu verhindern. Die Insel Elba wurde abwechselnd von den französischen und spanischen Kräften als Stützpunkt für Marineangriffe genutzt.


Im Jahr 1501 zwang Cesare Borgia, genannt Valentino, Sohn des Pontifex Alexander VI., Jakob IV. Appiano in  Exil. Dieser konnte den Besitz seines Staates erst 1503, nach dem Tod des Papstes, zurück erlangen. Um seine Macht zu festigen, verbündete sich Jakob IV. mit Ferdinand von Cattoli. Von diesem erhielt er den Titel des Kapitäns der spanischen Streitkräfte im Reich von Neapel und es wurde ihm ein Kontingent an Truppen und eine Flotte anvertraut, um seinen Staat zu verteidigen. Im Jahr 1509 erreichte er (um sich auch den Schutz vor Maximilian I von Habsburg zu sichern), dass die Herrschaft von Piombino zum Fürstentum aufstieg und zu kaiserlichem Lehentum erklärt wurde; diese Anerkennung erfolgte dann auch durch Rudolf II. von Habsburg. Während der Regentschaft von Jakob V. hatten die Küsten und Inseln der Toskana zahlreiche Angriffe von Piraten zu erleiden. Im Besonderen durch Khair al-Din, genannt Barbarossa, der seine Räuberhöhle auf der Insel Palmaiola aufgeschlagen hatte. Elba wurde wiederholt geplündert und viele seiner Einwohner wurden als Sklaven verschleppt. Einige von ihnen wurden dann durch Karl V. befreit, als er als Vergeltungsmassnahme Tunesien angriff und zerstörte. Die Gefahr von neuen Überfällen blieb dennoch erhalten. Um die ständige Bedrohung durch die Sarazenen zu vereiteln, vertraute Karl V. 1548 die Verteidigung der Insel Cosimo I. de Medici, Herzog der Toskana, an, in dem er ihm Piombino als Lehen übergab. Diese Handlung wurde ein Jahr später, aufgrund der Proteste der herrschenden Herzogin Elena Appiano, Mutter von Jakob VI., und der Genueser bereits widerrufen. Aber die Ordnung Elbas wurde dennoch neu festgelegt: den Medici verblieb das Gebiet des späteren Portoferraio, den Appiani die restliche Insel. Auf den Ruinen der antiken Orte Fabricia und Ferraia, die aus drei, durch solide und mächtige Mauern verbundenen Festungen bestanden, wurde eine uneinnehmbare Festung gebaut, die Cosimo zu Ehren Cosmopoli genannt werden sollte, aber am Ende den weniger hochtönenden Namen Portoferraio erhielt.

Die Verteidigung der Medici erwies sich als sehr wirkungsvoll, als die Türken unter Dragut 1553 mit Unterstützung Frankreichs die Insel angriffen und die Besitztümer der Appiani zerstörten, während Portoferraio unversehrt blieb. Dann bildete Elba einen guten Stützpunkt für die Flotten unter dem Vizekönig von Neapel, Juan Alfonso Primemtel Herrera; die Spanier besetzten Longone und gründeten dort einen dauerhaften Standort. So blieb die Insel von 1603 an dreigeteilt zwischen dem Grossherzog der Toskana, der Herrschaft der Appiani und Spanien. Diese politische Lage wurde bis 1738 beibehalten, als mit dem Abkommen von Wien, am Ende des Krieges um die polnische Nachfolge, das komplette Elba, aufgrund des Aussterbens der Dynastie der Medici, den Grossherzogen von Lothringen zugewiesen wurde. Bereits 1734, als die Familie Appiani ausstarb, wurde das Fürstentum Piombino vom Kaiser an Niccolò Ludovisi, dem Ehemann von Polissena Appiano, verkauft. 1735 gingen Longone und der Staat von Presìdi an das bourbonische Reich von Neapel. Als Korsika 1768 an Frankreich fiel, übte England Druck auf Peter Leopold aus, bis er Elba kaufte, aber die Bourbonen und Frankreich opponierten dagegen. Im Jahr 1796, unter der Zusage, die 4.000 königlichen Franzosen, die zwei Jahre vorher Asyl in Portoferraio gefunden hatten, zu schützen, landeten die Engländer auf der Insel, nach dem die republikanischen Truppen Livorno besetzten. Wegen der andauernden Kriege zwischen Franzosen, Engländern, Bourbonen und Lothringern, wurde eine sehr unsichere Situation geschaffen, die sich erst 1802 auflöste, als mit dem Frieden von Amiens, Elba an Frankreich fiel. Auf der Insel wurde das französische Verwaltungssystem eingeführt und in seinen Bezirk wurden auch die Inseln Capraia, Pianosa, Palombaia und Montchristo eingeschlossen. Im grossen und ganzen nützte die französische Herrschaft der Insel: das Strassennetz wurde verbessert, der Handel wurde belebt, die Wirtschaft beträchtlich gefördert. Das neue Finanzsystem und die Einrichtung der Schmelzsteuer, vor allem, führten zu grossem Ungleichgewicht und Unzufriedenheit, im besonderen unter den kleinen Grundbesitzern und im Allgemeinen unter all denen, die keinen Vorteil aus dem maritimen Handel zogen. Vor allem in der Gegend von Capoliveri führte die Abneigung gegen die Franzosen zu häufigen Aufständen, die im Keim erstickt wurden. Mit dem Vertrag von Fontainebleau (11. April 1814) bildete Elba zusammen mit Pianosa und Palmaiola ein unabhängiges Reich, das man Napoleon überlies. Napoleon hielt sich vom 03. Mai 1814 bis zum 26. Februar 1815 auf der Insel auf. Nach dem kurzen napoleonischen Reich ging die Insel an das Grossherzogtum Toskana und somit im Jahr 1860 an das italienische Königreich.

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